Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Sonntagskolumne (hier), in der ich eine fiktive Situation bezüglich des Nicht-Trinkens konstruiert hatte. Am gleichen Tag begann ich auch mit dem To-Do-Punkt "einen Monat lang keinen Alkohol trinken". Ich war zum einen gespannt, wie ich diesen Monat durchleben würde, zum anderen natürlich auch neugierig auf die Reaktionen meiner Mitmenschen.
Glücklicherweise kam ich nie in solch eine unschöne Situation wie in meiner fiktiven Kolumne- was ja sehr für meine Freunde spricht! Einige waren zwar verwundert, verlangten aber nicht wirklich eine Erklärung oder gar eine "Entschuldigung" für meine Alkoholfreiheit.
In diesem Monat ist mir allerdings bewusst geworden, wie oft man die gesellschaftlich akzeptierte Möglichkeit hat, Alkohol zu konsumieren. Gerade in der ersten Woche, als der Prüfungsstress nur wie eine dunkle Wolkendecke am Horizont stand, war ich oft mit Freunden unterwegs. Das eiskalte Bier meines Gegenübers lächelte mich verführerisch an und zwinkerte mir zu. Doch nachdem ich die erste Woche überstanden hatte, gingen die drei Folgenden sehr schnell vorbei. Die Wasserflasche wurde (bei der Hitze sowieso) mein ständiger Begleiter und heute kann ich jede Saftsorte, die meine Lieblingskaffees /-Bars auf der Karte haben, aufzählen.
| leckere Mango-Lime-Brause in Potsdam entdeckt |
Fazit des Experiments: Komplett nüchtern fällt einem erstmal auf, wie anstrengend bzw. peinlich betrunkene Menschen sind. Persönlich dachte ich immer, angetrunken sein wird von den Anderen nicht bemerkt- aber das stimmt nicht. Man merkt es am Tonfall, an der Gesprächsqualität und an der Begeisterungsfähigkeit. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Grenze zwischen Genuss und regelmäßigem Konsum sehr, sehr dünn ist und denke, dass ich von nun an den Genuss am Alkohol eher zu schätzen weiß- sei es einen eiskalten Cidre an einem Sommertag, ein Gläschen Wein in gemütlichen Momenten oder ein Bier mit den besten Freunden. So lange es nicht zum Zwang wird und im Bewusstsein immer bleibt, dass es ein Genussmittel (dh. in Maßen zu genießen) ist, übertreibt man es auch nicht.
| Selbstgemachter Zitronen-Gurke Eistee! (Rezept folgt) (Fast) so gut wie Cidre! |
Das Rezept würde mich total interessieren!
AntwortenLöschenHab auch einige in meinem Freundeskreis, die sich am Wochenende regelmäßig betrinken... das finde ich ein klitzekleines bisschen armselig. Bin eh nicht so der Alkoholfreund. :/ Für einen Caipi bin ich aber zu haben. Aber wahrscheinlich mehr, weil ich dann die Limetten essen kann...
Liebe Grüße,
Diana von spiegelklappern
Finde das Experiment auch spannend, zumal ich am Anfang ( mit 16) alle Leute verurteilt hatte, die getrunken hatten. Nun bin ich paar Jahre älter und es scheint uns fast antäglich in den Supermarkt zu gehen, sich die Flasche zu nehmen und loszuziehen. Es scheint dann alles "unbeschwert" und man fühlt sich dann in der Gesellschaft "akzeptierter" und "entspannter". Auf jeder Feier, selbst beim Grillen gibt es immer Alkohol und gerade in den Sommermonaten kippt man sich das gerne rein wie Wasser. Aber eben wie du sagst, die Grenze zwischen Genuß und Sucht ist sehr sehr dünn. Für mich beinhaltet Sucht einen regelmäßigen Konsum, man kann drauf verzichten, aber man will es nicht, weil man sich einfach akzeptiertet vorkommt. So zumindest kommt es mir vor. Ich hab nichts gegen Alkohol, so ist es nicht, aber ich denke auch man kann auch ohne Spaß haben. Und betrunkene Freunde sind wirklich seeeehr anstregend ;)
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