27 August 2013

München, das größte Dorf der Welt

Bevor ich am Donnerstag mit meiner Halle-Street-Style Serie starte und euch das erste von 3 Interviews mit lokalen Musikern präsentiere, gibt es heute einen kleinen Reisebericht von dem Kurztrip nach München. Meine größte Sorge war, das Bayrisch nicht zu verstehen. Aber zum Glück hatte ich stets einen Übersetzer an meiner Seite und konnte so getrost über den Dialekt (und die Schreibweise) schmunzeln.


Tag 1
Ich bin ganz schön aufgeregt, was mich genau erwartet, weiß ich noch nicht. Ich werde vorgewarnt, dass die Stadt komplett überfüllt sein wird und ich mich zwischen Massen von Touristen hindurchwühlen muss. Aber in diese Rechnung fließt das Wetter nicht mit ein. Tag 1 beginnt und endet mit Dauerregen bei frischen 19 Grad. Ich dachte in München ist es immer warm?
Das erste, was ich von Münchens Innenstadt wirklich sehe, ist der Marienplatz, auf dem das Rathaus steht.

Weiter geht es zum Opernhaus, der Feldherrenhalle (gruselig, an der Stelle zu stehen, wo Hitler mal eine Rede gehalten hat) und der Theatinerkirche (im Inneren vermutlich die schönste Kirche, die ich je gesehen habe!) ...dann kommen wir in den wunderschönen Hofgarten und nach so vielen Gebäuden ist es genau das Richtige, um mal kurz Luft zu holen. Kleine, gepflegte Beete, Springbrunnen und in der Mitte ein schnuckeliger Pavillion- und das mitten in der Innenstadt! 










Irgendwann bringt uns das Regenwetter dann schlussendlich doch noch zur Kapitulation und wir verkriechen uns frühzeitig ins Bett, um am nächsten Tag wieder fit zu sein.
"Und? Wie ist dein erster Eindruck von München?"
"So groß ist die Stadt doch gar nicht, wie du immer sagst." , antworte ich spöttisch.
"Dann werde ich dich morgen durch die Stadt rennen lassen, bis du aufgibst!"

Tag 2
Die Sonne begrüßt uns heute freundlich, als wir das Haus verlassen. Heute sehe ich eine ganz andere Seite von München: Die Grüne. Fassungslos bleibe ich am Ufer der Isar stehen und kann mich an dem Anblick gar nicht satt sehen. Ich bin an der Elbe aufgewachsen und kann es nicht begreifen, wie ein so breiter Fluss so klar, sauber und flach sein kann. Danach geht es weiter in den Zoo und hier bilde ich mir eine erste Meinung zu den Münchenern. Der Zoo ist total überfüllt. Menschenmassen. Touristen. Alt, Jung, Kinderwagen und... aufgeschlossene Tiere. 







Damit ich endlich glaube, wie riesengroß München ist, bewahrheitet sich die Androhung vom Vorabend: Wir unternehmen einen ausgedehnten 3-Stunden Spaziergang zum Abendrot. Und ich muss meine Behauptung zurücknehmen....
Von Thalkirchen, unserem "Heimatviertel" für den Kurzurlaub, aus kann man direkt an der Isar entlang bis zur Innenstadt laufen und kommt z.B. am deutschen Museum, dem Gasteig (ein riesiges Gebäude, in dem u.a. die Münchener Philharmonie und die Stadtbibliothek ist) und dem Volksbad vorbei. Im Dunklen wandern wir noch über den Viktualienmarkt und lassen uns von den bunten Lichtern der Stadt verzaubern.
 "Na gut, du hast Recht. Aber wie München jetzt genau ist, also wie ich es genau finde, kann ich irgendwie nicht sagen."
"Wie? Magst du die Stadt nicht?"
"Doch. Aber.. irgendwie ist sie so bunt und an jeder Ecke wartet ein neuer Kontrast, dass man sich gar nicht auf eine Bezeichnung festlegen kann."







Tag 3:
"Wenn wir schon so nahe an den Alpen sind, müssen wir auch wandern gehen. Aber mal sehen, ob du das überhaupt hinbekommst." 
"Logo, ist doch easy", antworte ich. Nur, weil du ein halber Almödi bist und ich ein Meereskind bin, heißt das nicht, dass ich nicht wandern kann. Aber dann sehe ich die Steigung des Wanderweges und mir wird schlecht. 
"Müssen wir wirklich da hoch?", frage ich ängstlich. Doch jetzt gibt es kein zurück mehr. Nach 10 Pausen, 500 selbst gestiegenen Höhenmetern und gefühlten 100 Stunden erklimmen wir endlich den Gipfel des Blombergs und genießen die Aussicht. Und das Bier ;) 

"Ist doch total eaasy, hab dich nicht so!!!"
Der Fernseher des Waldes. Also an den Touristengags müssen sie noch arbeiten ;D



Abends gehen wir nochmals in die Stadt und lassen den anstrengenden Tag bei einen weiteren Bier (in Bayern gibts nichts anderes) ausklingen, während unsere Füße Dampfschwaden absondern. 
"Siehst du, wir haben es doch geschafft. Ich kann eben doch wandern!"
"Gut. Ich ignoriere jetzt einfach das Detail, dass du dauernd aufgeben wolltest und mich angefleht hast, Huckepack getragen zu werden."
Das letzte, was ich von Münchens Innenstadt sehe ist wieder der Marienplatz, diesmal bei Nacht. 

Tag 4:
Gemütlich verträumt verflog der Vormittag und wenige Stunden später sitzen wir bereits im Auto und werfen einen letzten Blick auf München.
"Und kannst du jetzt sagen, wie du München findest?"
"Nein. Aber ich vermisse es jetzt schon...."

2 Kommentare:

  1. Super art wie du diesen bericht schreibst :) mega interessant gestaltet und auch gut anschaulich mit den bildern! :3 münchen möchte ich auch gerne mal besuchen!

    Liebe grüsse♡

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  2. Wirklich schöner, "leichter" und sehr symmpathischer Schreibstil. :)

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