Ich möchte behaupten, dass das jeder schon ein Mal hatte: Man hat einen großartigen Einfall, eine Idee, ein Projekt und man beginnt mit Faszination an dieser Idee festzuhalten. Doch anstatt einfach diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen, formuliert man sie gedanklich bis in kleinste Detail aus und schiebt sie anschließend in die hinterste Ecke einer Schublade, auf der steht:
"Unerfüllte Träume, Wünsche, Ziele und Ideen die unausgesprochen blieben".
Wie würde unser Leben verlaufen, wenn wir diese Schublade mal ausräumen würden und alles in Angriff nehmen würden?
Ein Studium schmeißen und selbstständiger Möbeldesigner werden?
Die alten Ängste vergessen und endlich mal das Leben genießen?
Aus einer Stadt ziehen und beruflich was starten, mit dem Risiko, Freunde zu verlieren?
Einen Roman beginnen?
In meinem Fall war es diese Woche übrigens letztere Frage, die mich beschäftigte. Vor ein, zwei Monaten hatte ich da diese Idee. Diese Idee, einen Roman zu schreiben. Die Thematik fiel mir einfach so ein, die grobe Handlung des Buches diktierte sich automatisch in mein Hirn. Aber irgendwie hatte das nicht gereicht. Nach und nach erzählte ich einigen Wenigen davon, aber unternahm nichts, als die Idee wieder und wieder durchzukauen.
Warum fällt es uns denn so schwer, neue Dinge in Angriff zu nehmen?
Ich habe in den letzten Tagen mitbekommen, dass es nicht nur mir so geht. Aber eine Antwort auf dieses Problem habe ich nicht gefunden. Ich kann nur sagen, wie es bei mir war.
Ich bekam den (lieb gemeinten aber ernst gesprochenen) Vorwurf zu hören, dass ich nie mit dem Roman anfangen würde, wenn ich mich mit Zeitproblemen vor dem Beginn drücke. Pfingsten steht vor der Tür und ich hätte ganze 6 Tage frei- wann also, wenn nicht jetzt?
Ich glaube, dass das die Motivation war, die ich bitter nötig hatte. Denn ich gelobte feierlich am nächsten Tag anzufangen, und wie man es ja von der Veganismus-Geschichte kennt, versuche ich eigentlich immer, mein Wort zu halten. Aus Stolz und so.
Jedenfalls fing ich somit am Mittwoch an zu Schreiben und es lief super. Fünf Stunden am Stück bin ich in meine eigens geschaffene Welt eingetaucht und hatte am Ende des Tages die ersten vier Seiten fertig. Heute ist der erste Tag, seit Mittwoch, an dem ich nicht weiter schreibe (es ist Pfingsten und ein Besuch steht auf der imaginären To-Do-Liste). Mittlerweile zählt der Roman 18 Din-A4-Seiten, sprich 35 Buchseiten, und ich bin voll dabei.
Wenn ich jetzt versuche, induktiv zu schlussfolgern, komme ich irgendwie nur auf den Satz:
"Wenn du endlich mal eine Idee umsetzten willst, dann rede mit anderen darüber und lass dich auf eine für dich wirksame Methode motivieren."
Wunderbar. Eine Pseudo-intellektuelle Sonntagskolumne hilft ja jetzt doch keinem- oder vielleicht doch?
Vielleicht kann ich ja doch dem Einen oder Anderen eine versteckte Motivation geben?
(PS: Wollt ihr mal Auszüge aus dem Roman lesen?)
Ein Roman klingt toll und toller ist es, wie du hier ja geschrieben hast, ist es damit angefangen zu haben.
AntwortenLöschenBei mir ist das Problem eher, dass ich etwas durchhalte bzw. ich fange sehr vieles an, bin am anfang sehr begeistert und motiviert und irgendwann legt es sich und ich setze es nur noch fort bzw. zu Ende wenn der Zeitdruck wieder an die Tür klopft.
Aber dein Post motiviert mich die abgebrochenen projekte nochmal zu "beginnen".
Hab einen schönen Sonntag, Hana
Ohje ich fühle mich so was von ertappt...aber deine Lösung für diese Problem gefällt mir, das hat mir in der Tat auch schon geholfen. Manchmal haben andere dann ja auch noch eine neue Sicht auf die Sache, die ihr ein bisschen den Schrecken nimmt (falls es Angst war, die einen zurückgehalten hat), oder sie machen dir so Lust auf die Sache, dass du gar nicht anders kannst, als sie in Angriff zu nehmen.
AntwortenLöschenUnd mich würden Romanauszüge sehr interessieren :)
Josephine, schöne Pfingsten! Ich würde liebend gern Auszüge aus Deinem Roman lesen.
AntwortenLöschenKenn ich. Ich hab diesen Traum seit ich ein kleines Mädchen war. Ein Buch schreiben. Den eigenen Namen auf dem Buchdeckel sehen. Das wär was. Ich fange auch immer und immer wieder an. Füge noch die ein oder andere Idee hinzu, aber irgendwie will das alles nich so wie ich will und dann schreib ich wieder Wochen und Monate lang gar nichts. Das ist ziemlich nervig..
AntwortenLöschenWow. Ich möchte auf jeden Fall mal Auszüge aus dem Roman lesen, bin ganz gespannt, was du dir da hast einfallen lassen :)
AntwortenLöschenIch könnte so was wahrscheinlich nicht - irgendwann würden mich die Selbstzweifel überkommen und ich würde alles in die Ecke werfen. Oder das Schreiben am gleichen Thema würde mir langweilig werden ;)