Ich musste eigentlich nicht besonders lange darüber nachdenken, wie für mich ein perfekter Tag aussieht. Es gibt nur einige, wenige Punkte, die für mich stimmen müssen, damit es ein perfekter Tag wird. Was dabei im Detail passiert ist eigentlich Nebensache. Die Punkte, die stimmen müssen sind:
1. Körperliche Fitness
Nur weil ich alibi-halber gelegentlich joggen gehe, bin ich noch lange nicht sportlich fit. Aber wenn ich für einen perfekten Tag ein Sportler sein müsste, wäre mein bisheriges Leben ganz schön traurig gewesen. Ich rede vom gesundheitlichen fit-sein. Schon morgens beim Aufwachen muss ich gut drauf sein, dass heißt weder (Muskel-)Katerbeschwerden, noch Bauchweh, keinen Schnupfen, keine Rückenschmerzen oder Übermüdungserscheinungen.
2. Ausgewählte Menschen
Ein perfekter Tag hängt eigentlich nicht davon ab, ob ich ihn mit vielen Menschen verbringe, oder ganz allein für mich bin- aber sozusagen das i-Tüpfelchen (wenn es ginge, eher das M-Tüpfelchen), das den Tag erst perfekt machen kann, ist dieser eine Mensch in meinem Leben, mit dem ich dann am Abend einschlafe.
3. Chilliger Affe
Es gibt Tage, die könnten perfekt sein, wenn da nicht der kleine Affe in meinem Kopf sowas sagen würde wie: "Du musst eigentlich noch bloggen" "Morgen ist ganz früh Uni und du musst noch was vorbereiten!" "Du hast schon länger nicht mehr den und den da angerufen!" Ich meine das schlechte Gewissen, das mich häufig plagt und mir dann nicht nur den kommenden Tag vollpackt, sondern auch den aktuellen Tag versaut. An einem perfekten Tag chillt der Affe einfach mal und interpretiert nichts, was ich tue, macht mir kein schlechtes Gewissen und guckt einfach nur zu.
4. Arbeit ist das halbe Leben
...und die andere Hälfte liegt noch vor mir... ;) Nein, aber an einem perfekten Tag, schaffe ich auch etwas, an das ich schon längere Zeit vom Affen ermahnt wurde. Endlich einen Brief abschicken, oder nur eine ausstehende Rechnung bezahlen. Einen Text beenden, bloggen, Mails beantworten, die WG putzen- natürlich nicht alle Dinge auf einmal, aber wenn ich wenigstens eine Sache erledigt habe, fühle ich mich danach gleich beschwingt und kann mit einem guten Gefühl anderen Aktivitäten frönen.
5. Liebe für alle und von allen
Ich bin ja sowieso und überhaupt für den Weltfrieden, aber bis der eintritt, reicht mir auch schon, dass ein perfekter Tag in meiner Umgebung frei von Streitereien, Missverständnissen, Gewalt oder negativen Emotionen ist.
6. Keine Termine, keinen Plan- sondern nur Spontanität
Das ist der empirische Teil meiner Aufzählung. Rückblickend kann ich nämlich zusammenfassen, dass meist die Tage, an denen beim Wach-werden noch nichts geplant war, eigentlich die Besten waren. Vielleicht spontan eine lange ausstehende Sache erledigt (siehe 4.), dann spontan essen gehen oder ein Treffen mit Freunden kündigt sich an, spontanes Wegfahren- alles ist möglich und das macht es erst so wundervoll- du weißt nicht, was dich im nächsten Moment erwartet.
Mehr Ansprüche habe ich nicht. Und das ist eigentlich auch sehr schön, denn so habe ich bestimmt ein Mal wöchentlich (allermindestens) einen perfekten Tag. So lange man das Leben liebt, jemanden hat, der einen liebt und den man auch liebt und alle irgendwen oder irgendwas lieben, lebt sich das liebe Leben schön. (Soviel Liebe in einem Satz verkrafte ich nicht, deshalb lese ich mir ihn auch nicht nochmal durch !)
Morgen ist dann Anna an der Reihe und so langsam neigt sich damit die ganze Blogreihe dem Ende zu.
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