Autor: Klaus Müller
Seiten: 190
Verlag: Butzon & Bercker GmbH
ISBN: 978-3766614797
Bestellmöglichkeit: klick
Inhalt: Die Medien suggerieren es Tag für Tag: Nur wer ihrem körperlichen Ideal nachstrebt, kann Erfolg haben Botox, Bodystyling und Schönheitsoperationen versprechen ewige Jugend. Auf der anderen Seite verliert die Körperlichkeit an Bedeutung: Immer mehr Menschen entdecken die unbegrenzten Möglichkeiten virtueller Welten in Internet und Cyberworld. Diesen Phänomenen geht Klaus Müller auf den Grund und beleuchtet sie aus philosophischer und theologischer Perspektive. Er enttarnt ihre scheinbare Oberflächlichkeit als tiefe Sehnsucht des Menschen nach Unsterblichkeit und kommt so zurück zu einem christlichen Menschenbild, das tragfähiger ist, als viele glauben möchten.
Ich hatte schon geahnt was mich da erwartet. Dieses Buch verlangt vom Leser schon ein gewisses Vorwissen im Bereich der Philosophie und Theologie, sowie das rege Interesse an wissenschaftlich verfassten Texten. In den ersten Kapiteln fiel es mir anfangs schwer, mich an die Textstruktur zu gewöhnen, da sich Müller anscheinend überlegt hatte, seine eigentlich leicht verständlichen Sätze etwas komplizierter zu machen und durch Zitate an unpassenden Stellen im Lesefluss zu stoppen. Thematisch war es zu Beginn noch interessant, weil auf die Leib- Existenz und den Trieb der Selbsterhaltung eingegangen wurde. Beide Themen hatte ich mir schon vor dem Lesen des Buches mal zu Gemüte geführt, dass ich es noch halbwegs gut fand und interessiert folgen konnte, auch wenn sich teilweise die Frage aufwarf: "Worauf will er jetzt eigentlich hinaus?"
Mit der Zeit fragte ich mich dann, wann eigentlich das im Klappentext beschriebene Thema (siehe oben) wirklich thematisiert wird. Statt eine mögliche zeitgenössische Perspektive zu beleuchten und zu analysieren, flüchtet sich der Autor in Filme aus den 80ern und 90ern und bringt dazu noch in gewagter Weise eine Menge christliche und jüdische Aspekte rein. Als Nicht-Christ bekam ich ab einem bestimmten Zeitpunkt immer mehr das Gefühl, dass der Autor das Buch als reine Missionierungsaufgabe geschrieben hat, denn, neben unausgegorenen Thesen und Problemen sieht er dennoch das Christentum als Universallösung. Leibfreundlichkeit wird betont als christlich ausgewiesen- man solle Gott neu vertrauen und seine Geschöpf-Bejahung sehen. Diese humane Sicht auf den Körper, das Bejahen der Fehler ist leider für viele nicht aktuell, insofern werden eigentlich von Anfang an Andersdenkende ausgeschlossen. Ich musste zwischen zeitig Schmunzeln bei der Vorstellung, wie Müller einer komplett botoxiösen Barbiepuppe erklären will, sie sollte doch einfach ihre Fehler, Fältchen und Macken lieben, weil sie ein Geschöpf Gottes ist und schon allein deshalb perfekt ist. Ich finde da hat er es sich zu einfach gemacht. Wo ist die gesellschaftliche Analyse, die am Anfang noch etwas Einzug hält?
Mir fehlte das Konkrete und ich bin wirklich enttäuscht, da die reine Themenidee
so viel Potential verspricht: Man hätte so viel mehr daraus machen können. Das Warum wird mir viel zu kurz beleuchtet. Stattdessen wurde das Thema zu Bekehrung ausgenutzt und mit religiösem Philosophiere entstellt.

Mit der Zeit fragte ich mich dann, wann eigentlich das im Klappentext beschriebene Thema (siehe oben) wirklich thematisiert wird. Statt eine mögliche zeitgenössische Perspektive zu beleuchten und zu analysieren, flüchtet sich der Autor in Filme aus den 80ern und 90ern und bringt dazu noch in gewagter Weise eine Menge christliche und jüdische Aspekte rein. Als Nicht-Christ bekam ich ab einem bestimmten Zeitpunkt immer mehr das Gefühl, dass der Autor das Buch als reine Missionierungsaufgabe geschrieben hat, denn, neben unausgegorenen Thesen und Problemen sieht er dennoch das Christentum als Universallösung. Leibfreundlichkeit wird betont als christlich ausgewiesen- man solle Gott neu vertrauen und seine Geschöpf-Bejahung sehen. Diese humane Sicht auf den Körper, das Bejahen der Fehler ist leider für viele nicht aktuell, insofern werden eigentlich von Anfang an Andersdenkende ausgeschlossen. Ich musste zwischen zeitig Schmunzeln bei der Vorstellung, wie Müller einer komplett botoxiösen Barbiepuppe erklären will, sie sollte doch einfach ihre Fehler, Fältchen und Macken lieben, weil sie ein Geschöpf Gottes ist und schon allein deshalb perfekt ist. Ich finde da hat er es sich zu einfach gemacht. Wo ist die gesellschaftliche Analyse, die am Anfang noch etwas Einzug hält?
Mir fehlte das Konkrete und ich bin wirklich enttäuscht, da die reine Themenidee
so viel Potential verspricht: Man hätte so viel mehr daraus machen können. Das Warum wird mir viel zu kurz beleuchtet. Stattdessen wurde das Thema zu Bekehrung ausgenutzt und mit religiösem Philosophiere entstellt.



Interessante Kritik...... *g*
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