16 September 2012

Sonntagskolumne No. 8: Ist es wirklich...

...so einfach, Stalker zu sein?

Heute mal wieder ein persönlicheres Thema, nach dem ihr so lange den Entzug der großartigen Kolumne hattet ;). 
Ich muss erst mal feststellen, dass ich mich jedes Mal erschrecke, wenn Freunde und auch Angehörige zu mir kommen und sowas sagen wie: "Also das Thema diese Woche war echt gut (oder eben nicht). Keine Ahnung, aber ich dachte immer irgendwie, dass nur die "richtigen Nerds, die, die eben Blogger sind" meinen Blog lesen. Dass sich andere gar nicht dafür interessieren. Dass ich bei Facebook mit meinem Blog bin, ist aber Werbung genug, damit Freunde zu Bloglesern werden. Leute, ich find es echt klasse! (Auch wenn meine Peiler-Mutti immer den Link vergisst oder bei facebook nichts checkt und mich dann fragt, ob mein Blog noch existiert :D) 

Jetzt kann ich, um alles unter einen Hut zu kriegen, nicht umhin, einen kurzen Cut im Thema zu machen-
keine Angst, am Ende passt es.. 
Habt ihr auch so ein, zwei beendete Freundschaften, die einem mal wirklich wichtig waren, bis eines Tages sich einer oder beide einfach weiter entwickelt haben und die Freundschaft wie ein zu kleiner Schuh war? Und ich halte ehemalige Freunde meistens so wie Exfreunde: auf Abstand. Man war sich mal vertraut, aber wenn es nicht mehr so wie früher geht, dann lieber komplett brechen, als eine oberflächliche und geheuchelte Freundschaft führen nur um der Freundschaft Willen. Ich weiß, verwirrend. 
Nun kam mal wieder einer der schwachen Momente, wo kurzzeitig Kontakt zu einer komplett gebrochenen Freundschaftsperson entstanden war (er/sie hatte sich vor über einem Jahr ein Buch von mir ausgeliehen, dass ich nicht missen möchte) und sich selbige freiwillig als Stalker bezeichnete. Ja, er/sie muss scheinbar über meine nicht-reale-Facebook-Existenz (wahrscheinlich über Personen-die-du-vielleicht-kennst) auf meinen Blog gestoßen sein und wird vielleicht jetzt mit rotem Gesicht diesen Artikel lesen.
(Jetzt ist die Verknüpfung der Themen da)
Jedenfalls, ich weiß ja nicht, wie ihr euch in dem Moment gefühlt hättet (ich hab den Kontakt abgebrochen und die restliche Kommunikation an Johnny abgetreten- sollte er das mit dem Buch klären) aber ich war erschüttert. 

Letztendlich ist es heutzutage, dank Facebook, Twitter & Co echt easy professioneller Stalker zu werden, für jeden von uns. Und nach einigen Tagen hat sich mein Unwohlsein verflüchtigt, denn: 
Ich bin selbst dafür verantwortlich. Ich kann immernoch (wer weiß wie lange Facebook das beispielsweise erlaubt) selbst bestimmen, was ich in der Öffentlichkeit (=Internet) preisgebe und was nicht. 
Und nein, ich bereue nichts. Nichts von dem, was ihr bis jetzt lesen durftet ist mir zu viel an Privatem. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass jeder die Grenze selbst finden muss und wenn es für andere kein Problem ist, sich halb nackt auf ihrem Blog zu präsentieren- mir soll das auch ziemlich egal sein. 
Was ich eigentlich euch damit nur auch noch mal zeigen wollte: Es ist sehr leicht, die Scham vor der "Internetöffentlichkeit" zu verlieren. 
Macht euch immer bewusst, dass jeder, der will, alles von euch finden&lesen kann! :)
PS:Lieber "Stalker" dein Buch ist finally angekommen. Thx.

4 Kommentare:

  1. Ich freue mich, dass es "finally" angekommen ist!

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  2. Nachdem ich mich ja laaange Zeit gar nicht mehr gemeldet hatte, endlich wieder meine geliebte Kolumne.
    Das Beispiel mit dem Freund/ der Freundin finde ich schon ziemlich heftig...und auch wenn wir selbst entscheiden was und wieviel wir von uns preis geben, hast du recht. Es ist verdammt einfach zu stalken. Und ich habe auch das Gefühl, dass immer mehr Leute ihren anfänglichen Scham verlieren, eben auch u.a. durch Facebook. Nach dem Motto: Achja, das Party-Bild ist ja nicht so schlimm, nochmal schnell ein Bikini-Foto, makieren wo ich überall war...hauptsache man kriegt likes oder wird zum Thema nr. 1. Ich muss mich jetzt anhören wie eine Omi aber, seitdem eigentlich fast jeder ein Smartphone besitzt geht ja alles noch besser! "Haha, ja das war lustig, warte ich poste das gleich" Früher hat man sowas für sich behalten oder man hat es mit manchen Freunden "geteilt". Generell dieses "Teilen-Prinzip" macht mich auch ein bisschen skeptisch. Jeder tut es aber im Endeffekt ist es schon gruslig wenn man sich bewusst wird, dass alles was man postet eigentlich für immer gespeichert ist in der Internetwelt. Beliebtes Beispiel Facebook, selbst nach Jahren kann man zurück verfolgen, was man im November 2009 gemacht hat. Einfach krass.
    Aber je attraktiver eben dieses surfen wird, desto mehr hab ich das Gefühl verlieren alle die Kontrolle. Ich selbst merke es auch an mir. Klar entscheidet man im ersten Moment: tu ichs, tu ichs nicht...aber es ist teilweise so verlockend. Und ja, man möchte ja up to date sein, also checkt man täglich den Status von anderen Leuten. Stalken war noch nie so einfach! Und das krasseste an der Sache ist ja, dass es von den meisten als total alltäglich und normal empfunden wird und an Stellen wie: "Eh woher weißt du das?" - Naja durch Whats App von dem und dem, steh ich manchmal so da und denk mir: Was zur Hölle... Mal sehen wie sich alles weiterentwickelt, aber manchmal mache ich mir da so echt meine Gedanken.

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    1. Danke für deine Rückmeldung :) Ja das ist wirklich unheimlich manchmal oder?

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  3. Hallo Josephine,
    tut mir leid für die späte Antwort. Ich hatte zuvor Bioinformatik stzudiert und seit gestern zu Computerlinguistik gewechselt :)

    Zu diesem Post:
    Da ich auch Recht sehr persönlich und privat sein kann im Internet spricht mich dieses Thema sehr. Es ist mittlerweile schwer zwischen "großen Interesse" an einer Person (indem man einfach keine Einstellungen in FB erstellt mit Favoriten usw.) oder schon tatsächlichen "Stalkerverhalten" ist.
    Aber wo ich dir zustimmen muss, uns "muss" doch eigentlich bewusst sein, was wir da posten und wer es zu lesen bekommt. Wir wissen es doch mehr oder weniger und haben die Entscheidung gemacht uns zu öffnen. Deshalb beure ich es auch nicht, was ich bisher in meinem Blog veröffentlicht habe oder im Internet gepostet habe.

    Auch wenn mir ehrlicherweise manchmal immer noch einen seltsamen Beigeschmack gibt, wenn mein Freund zu mir kommt und sagt, dass er dazugekommen ist meinen neuesten Post nachzulesen oder wenn letztens mein Vater nur meint: "was Happytofu gibts immer noch?" ... Ja in solchen Momenten werde ich auch verunsichert bezüglich meinen Schreibabsichten.

    Hoff die unangenehme Sache mit den vergangenen Freundschaften hat sich mittlerweile erledigt :)

    Hani

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