Halloween ist zwar schon vorbei, aber dennoch gibt es heute eine Gruselgeschichte, die ich Freitag durchlebt habe. Wie gruselig es wirklich war, seht ihr an dem verstörten Blick meines besten Freundes hier auf dem Foto. Aber dazu später.
Jetzt, da ich stolzer Besitzer einer neuen Kamera bin, weiß ich endlich, wie schön es ist, immer und überall Fotos machen zu können. Doch zu welchen Zwecken solch eine Kamera noch gut sein kann, wurde mir erst in einer Ausnahmesituation bewusst.
Jetzt, da ich stolzer Besitzer einer neuen Kamera bin, weiß ich endlich, wie schön es ist, immer und überall Fotos machen zu können. Doch zu welchen Zwecken solch eine Kamera noch gut sein kann, wurde mir erst in einer Ausnahmesituation bewusst.
Freitagabend. Noch völlig ahnungslos verabschiede ich von meinem Liebsten und mache mich auf zu dem gemütlichen Rede-Quatsch-Abend bei meinem besten Freund, Sheldon (haha!).
Mit Schokolade und meiner neuen Kamera im Gepäck erreiche ich seine WG, alle sind happy und in der Küche wird erstmal Cola getrunken, Schokolade gefuttert und natürlich gequatscht. Ich mache es mir auf der berüchtigten Couch, die mich bereits bei der letzten Party vor 2 Wochen einen ganzen Abend lang aushalten musste, gemütlich.
Doch lange sollte ich dort nicht sitzen bleiben, denn nachdem sich Sheldon mit Schokolade und Cola ausreichend Mut angesammelt hat, macht er den Vorschlag des Abends.
"Weißt du, ich habe im Wohnhaus hier, eine Etage unter dieser WG eine geheime Wohnung entdeckt. Sie steht leer und ist seltsamerweise auch nur 1,80m hoch. Als wäre sie für Zwerge gebaut worden. Lass uns doch mal mit deiner Kamera da hin gehen und ein paar Fotos machen!"
Normalerweise wirken Sheldons Ideen für manche Menschen ziemlich merkwürdig, vielleicht mag ich ihn deshalb so sehr, aber diese Idee überbot alle.
"Okay, lass machen. Klingt cool!", sage ich promt.
Keine Minute später stehen wir im alten, holzgetäfelten Treppenhaus und starren unschlüssig auf die winzige Eingangstür. Sheldon hat bereits den Türgriff getestet- sie ist offen. Wir müssten uns ducken, um hineinzugelangen. Doch noch traut sich keiner so recht. Es ist ziemlich dunkel drin.
"Weißt du was DER Hammer wär? Wenn wir keine Taschenlampe mitnehmen! So ganz ohne Licht durch die Wohnung laufen! Da gibts auch keine Lichtschalter oder sowas. Wenn du deine Kamera als Taschenlampe umfunktionierst, also wir nur dann etwas sehen, wenn du ein Foto machst und der Blitz für eine Sekunde die Umgebung erhellt- DER Hammer."
Bevor ich Einwände äußern kann, sagt er mit seiner überzeugendsten Coolness:
"Ach komm, das wird MEGA cool!"
...und so kann ich nicht widersprechen, schließlich will ich keine Spaßbremse sein.
Tap Tap Tap. Klick.
Sheldon hat die Wohnungstür von Innen zu gemacht und in dem ersten Raum, in dem wir gerade stehen, ist gar kein Fenster. Völlige Dunkelheit umgibt uns. Ich höre mein Herz ganz laut in den Ohren pochen. Sheldon legt seine Hand auf meine Schulter "damit du weißt, dass ich immer hinter dir bleibe", sagt er wenig überzeugend. Ich glaube, mittlerweile hat auch er Angst. Fest umkrallt halte ich die Kamera vor mir. Nach einem Foto aufs Display schauen, wie der Raum aussieht zählt nicht, deshalb drücke ich das Display an meinen Bauch und drücke mit dem Daumen den Auslöser.
Klick.
War da ein Schatten? Hat sich etwas bewegt? Der erste Blitz war viel zu kurz, um sich die Räumlichkeiten in etwa vorstellen zu können.
Klick.
Langsam tasten wir uns in völliger Finsternis durch die winzige Wohnung.
"Es wäre jetzt so gruselig, wenn beim nächsten Kamerablitz eine Frau im Türrahmen steht und uns durch ihre ins Gesicht hängenden Haare hindurch anstarrt.... und dann beim nächsten Blitz wieder weg ist.", sagt Sheldon. Eigentlich will er mir nur Angst machen, aber ich merke, dass er es geschafft hat, sich selbst auch in Panik zu versetzen. Aber jetzt stehen wir schon mitten in der Wohnung drin und können keinen Rückzieher machen. Ich denke an das verstörende Mädchen aus dem Film "the ring" und hoffe inständig, sie beim nächsten Blitz nicht zu sehen.
Klick.
Puh. Nichts. Glück gehabt. Aber hing da nicht etwas an der Decke?
Klick.
Sheldon lacht, als der die herunterhängende Tapete entdeckt. Aber statt über meine Schreckhaftigkeit zu lachen, denke ich eher, dass es die Erleichterung ist, die für sein Glucksen verantwortlich ist.
Klick.
Plötzlich sehe ich ganz klar und deutlich, dass da im nächsten Raum eine Kontur neben der Tür zu entdecken war. Drei Schritte nur. Drei Schritte in den nächsten Raum hinein und dann kann ich wieder ein Foto schießen. Aber was ist es nur? "Wir werden sterben!", schreit Sheldon panisch. Halt, nein! Das Geschrei entsprang ja aus meinem Mund! Doch Sheldons Hand auf meiner Schulter schiebt mich unweigerlich in den Raum hinein und so...
Klick.
"Woaah. Ein Sofa. Und du machst dir gleich vor Angst ein." Diesmal macht Sheldon sich wirklich über meine Schreckhaftigkeit lustig.
Klick.
Der Grusel lässt auch nicht nach, als wir uns mittlerweile an die Dunkelheit gewöhnt haben, da der Orientierungssinn völlig abhanden gegangen ist. Ich fühle mich, als wäre ich schon seit Stunden in dieser Wohnung und würde immer nur im Kreis laufen. Erst später, als ich die Fotos zuhause im Bett angesehen habe, erkenne ich anhand der Bildinformationen, dass die Bilder innerhalb von 3 Minuten entstanden sind.
Klick.
Auch das voll ausgestattete Badezimmer sorgte für einen ähnlichen Schocker, wie das verlassene Sofa. Dieses Gefühl, nach einer Sekunde viel zu grellem Licht Konturen gesehen zu haben, aber nicht genau zu wissen, was, macht einen völlig fertig.
Klick.
Erst nach den endlosen 3 Minuten haben wir die Wohnung einmal komplett durchquert und Sheldon schaltet den Lichtschalter an, von dem er zunächst behauptet hat, dass er nicht existiere. Und lacht. Und ich lache mit, glücklich, nicht mehr auf den Kamerablitz angewiesen zu sein.
Auch wenn ich keinen Kater namens Ephraim habe, der sich nach einem live erlebtem Horrorfilm an mich ankuschelt und tröstet, heitert mich die verbliebene Schokolade in der WG Küche wieder auf. Und die Bilder auf meiner Kamera, die bei völliger Finsternis entstanden sind, ohne das ich Schärfe oder ähnliches überprüfen konnte. Und das Wissen... eine spannende Sonntagskolumne schreiben zu können.
Doch die Fragen, die diese gruselige Wohnung aufgeworfen hat, bleiben:
Warum ist die Wohnung so niedrig? Warum steht sie leer und ist offen? Wer hat da gewohnt? Warum gibt es in dem Wohnhaus keine weitere so niedrige Wohnung? Warum baut man solche Wohnungen? Warum steht da ein Sofa?
Und vor allem: WARUM habe ich so verrückte Freunde? :D
Mit Schokolade und meiner neuen Kamera im Gepäck erreiche ich seine WG, alle sind happy und in der Küche wird erstmal Cola getrunken, Schokolade gefuttert und natürlich gequatscht. Ich mache es mir auf der berüchtigten Couch, die mich bereits bei der letzten Party vor 2 Wochen einen ganzen Abend lang aushalten musste, gemütlich.
Doch lange sollte ich dort nicht sitzen bleiben, denn nachdem sich Sheldon mit Schokolade und Cola ausreichend Mut angesammelt hat, macht er den Vorschlag des Abends.
"Weißt du, ich habe im Wohnhaus hier, eine Etage unter dieser WG eine geheime Wohnung entdeckt. Sie steht leer und ist seltsamerweise auch nur 1,80m hoch. Als wäre sie für Zwerge gebaut worden. Lass uns doch mal mit deiner Kamera da hin gehen und ein paar Fotos machen!"
Normalerweise wirken Sheldons Ideen für manche Menschen ziemlich merkwürdig, vielleicht mag ich ihn deshalb so sehr, aber diese Idee überbot alle.
"Okay, lass machen. Klingt cool!", sage ich promt.
Keine Minute später stehen wir im alten, holzgetäfelten Treppenhaus und starren unschlüssig auf die winzige Eingangstür. Sheldon hat bereits den Türgriff getestet- sie ist offen. Wir müssten uns ducken, um hineinzugelangen. Doch noch traut sich keiner so recht. Es ist ziemlich dunkel drin.
"Weißt du was DER Hammer wär? Wenn wir keine Taschenlampe mitnehmen! So ganz ohne Licht durch die Wohnung laufen! Da gibts auch keine Lichtschalter oder sowas. Wenn du deine Kamera als Taschenlampe umfunktionierst, also wir nur dann etwas sehen, wenn du ein Foto machst und der Blitz für eine Sekunde die Umgebung erhellt- DER Hammer."
Bevor ich Einwände äußern kann, sagt er mit seiner überzeugendsten Coolness:
"Ach komm, das wird MEGA cool!"
...und so kann ich nicht widersprechen, schließlich will ich keine Spaßbremse sein.
Tap Tap Tap. Klick.
Sheldon hat die Wohnungstür von Innen zu gemacht und in dem ersten Raum, in dem wir gerade stehen, ist gar kein Fenster. Völlige Dunkelheit umgibt uns. Ich höre mein Herz ganz laut in den Ohren pochen. Sheldon legt seine Hand auf meine Schulter "damit du weißt, dass ich immer hinter dir bleibe", sagt er wenig überzeugend. Ich glaube, mittlerweile hat auch er Angst. Fest umkrallt halte ich die Kamera vor mir. Nach einem Foto aufs Display schauen, wie der Raum aussieht zählt nicht, deshalb drücke ich das Display an meinen Bauch und drücke mit dem Daumen den Auslöser.
Klick.
War da ein Schatten? Hat sich etwas bewegt? Der erste Blitz war viel zu kurz, um sich die Räumlichkeiten in etwa vorstellen zu können.
Klick.
Langsam tasten wir uns in völliger Finsternis durch die winzige Wohnung.
"Es wäre jetzt so gruselig, wenn beim nächsten Kamerablitz eine Frau im Türrahmen steht und uns durch ihre ins Gesicht hängenden Haare hindurch anstarrt.... und dann beim nächsten Blitz wieder weg ist.", sagt Sheldon. Eigentlich will er mir nur Angst machen, aber ich merke, dass er es geschafft hat, sich selbst auch in Panik zu versetzen. Aber jetzt stehen wir schon mitten in der Wohnung drin und können keinen Rückzieher machen. Ich denke an das verstörende Mädchen aus dem Film "the ring" und hoffe inständig, sie beim nächsten Blitz nicht zu sehen.
Klick.
Puh. Nichts. Glück gehabt. Aber hing da nicht etwas an der Decke?
Klick.
Sheldon lacht, als der die herunterhängende Tapete entdeckt. Aber statt über meine Schreckhaftigkeit zu lachen, denke ich eher, dass es die Erleichterung ist, die für sein Glucksen verantwortlich ist.
Klick.
Plötzlich sehe ich ganz klar und deutlich, dass da im nächsten Raum eine Kontur neben der Tür zu entdecken war. Drei Schritte nur. Drei Schritte in den nächsten Raum hinein und dann kann ich wieder ein Foto schießen. Aber was ist es nur? "Wir werden sterben!", schreit Sheldon panisch. Halt, nein! Das Geschrei entsprang ja aus meinem Mund! Doch Sheldons Hand auf meiner Schulter schiebt mich unweigerlich in den Raum hinein und so...
Klick.
"Woaah. Ein Sofa. Und du machst dir gleich vor Angst ein." Diesmal macht Sheldon sich wirklich über meine Schreckhaftigkeit lustig.
Klick.
Der Grusel lässt auch nicht nach, als wir uns mittlerweile an die Dunkelheit gewöhnt haben, da der Orientierungssinn völlig abhanden gegangen ist. Ich fühle mich, als wäre ich schon seit Stunden in dieser Wohnung und würde immer nur im Kreis laufen. Erst später, als ich die Fotos zuhause im Bett angesehen habe, erkenne ich anhand der Bildinformationen, dass die Bilder innerhalb von 3 Minuten entstanden sind.
Klick.
Auch das voll ausgestattete Badezimmer sorgte für einen ähnlichen Schocker, wie das verlassene Sofa. Dieses Gefühl, nach einer Sekunde viel zu grellem Licht Konturen gesehen zu haben, aber nicht genau zu wissen, was, macht einen völlig fertig.
Klick.
Erst nach den endlosen 3 Minuten haben wir die Wohnung einmal komplett durchquert und Sheldon schaltet den Lichtschalter an, von dem er zunächst behauptet hat, dass er nicht existiere. Und lacht. Und ich lache mit, glücklich, nicht mehr auf den Kamerablitz angewiesen zu sein.
Auch wenn ich keinen Kater namens Ephraim habe, der sich nach einem live erlebtem Horrorfilm an mich ankuschelt und tröstet, heitert mich die verbliebene Schokolade in der WG Küche wieder auf. Und die Bilder auf meiner Kamera, die bei völliger Finsternis entstanden sind, ohne das ich Schärfe oder ähnliches überprüfen konnte. Und das Wissen... eine spannende Sonntagskolumne schreiben zu können.
Doch die Fragen, die diese gruselige Wohnung aufgeworfen hat, bleiben:
Warum ist die Wohnung so niedrig? Warum steht sie leer und ist offen? Wer hat da gewohnt? Warum gibt es in dem Wohnhaus keine weitere so niedrige Wohnung? Warum baut man solche Wohnungen? Warum steht da ein Sofa?
Und vor allem: WARUM habe ich so verrückte Freunde? :D
Was für eine geniale Story. Anfangs hab ich ja noch gedacht du willst uns veräppeln irgendwie. :D Aber mich würde dass auch mal interessieren was für eine Geschichte hinter der geheimnisvollen Wohnung steckt, vielleicht mal den Vermieter oder so fragen?
AntwortenLöschenIch glaube ich hätte die ganze Zeit Panik geschoben, dass da irgendwer ist.
Tja, ich hatte auch echt Angst, dass da die ganze Zeit jemand ist ;D Ich hab zwischendurch sogar befürchtet, dass mein bester Freund die Aktion geplant hat und sich irgendwer in der Wohnung versteckt, um mir einen Mordsschrecken einzujagen. Bei meinen Freunden kann man wirklich alles erwarten: War aber ja glücklicherweise nicht so. Ja, am besten wäre es, den Architekten des Hauses ausfindig zu machen, aber das Haus ist ja schon (relativ) alt, also könnte das schwierig werden...
LöschenHmm, irgendeine alte Omi oder irgendjemand sonst weiß bestimmt irgendwas. Ich finde sowas ja immer echt spannend, also falls ihr da irgendwas rausfinden solltet, dann halte uns auf dem Laufenden. =)
LöschenCoole Story, hab bei jedem Bild mit ner erhängten Person oder einem Geist gerechnet ^^
AntwortenLöschenliebe Grüße
Elli