28 Juli 2013

Sonntagskolumne No. 50: Kann man nicht einfach mal...

...dem Geist der Vergangenheit gegenübertreten?
Aus Serien bekamen wir diese Einstellung vorgelebt und nahmen sie einfach an. Der Ex-Freund läuft einem über den Weg, nachdem man ihn seit dem Ende der Beziehung nicht mehr gesehen hat. Die Protagonistin in Serien wie Sex and the City wird 
a) panisch und versteckt sich oder b) melancholisch und versaut sich selbst den Tag oder c) will ihn wieder zurück. 
Dementsprechend reagieren auch die Freunde, wenn man ihnen erzählt, dass man den Ex-Freund getroffen hat. "War es schlimm? Geht es dir gut? Oh Gott, du willst doch nicht etwa....?! ", sind die Standartantworten.

Aber was, wenn man sich freiwillig mit dem Ex-Freund verabredet hat, ohne a), b), oder c) dabei im Hinterkopf zu haben? Ich denke, dass es wichtig ist, mit der Vergangenheit irgendwie im Einklang zu leben und immerhin war der Ex-Freund eine Zeit lang der Hauptdarsteller im eigenen Leben. Wenn die letzte Begegnung nicht gerade eskaliert ist und man sich mit wüsten Beschimpfungen verabschiedete, sollte man den Mut besitzen, der Vergangenheit auch in Zukunft in die Augen zu sehen. 

Selbst wenn man sich zu diesem Schritt dann entschließt und sich mit dem Ex-Freund trifft, ist es dennoch nicht leicht. Man ist nervös und unsicher. Was wird passieren? Wird es eskalieren? Werden wir uns halbwegs vertragen? Wie hat er sich verändert? Wie habe ich mich in seinen Augen verändert? 
Und selbst wenn es friedlich läuft und man sich nicht beschimpft: Bestimmten Themen wird behutsam ausgewichen. Zum einen, weil man dem anderen nicht unter die Nase reiben will, dass es einem sehr gut geht ohne den Verflossenen. Zum anderen, weil der Ex nun mal der Ex ist und bleibt und die Vergangenheit Geschichte ist. Vieles läuft zwischen den Zeilen ab, in kurzen Sekunden unangenehmen Schweigens. Das Gespräch wird zu einem Drahtseilakt. 
Falls das Treffen schlussendlich dennoch ein gelungenes Wiedersehen wird, ohne falsche Vorwürfe oder sehr unangenehme Gefühle, bleiben zum Schluss dennoch die Fragen: Ja und jetzt? War das jetzt der Friedensschluss mit der Vergangenheit oder kommt jetzt noch etwas? Werden wir Freunde oder bleibt dieses Treffen im Raum stehen?
Und so begegnete ich nach fast 6 Monaten Johnny wieder. 

2 Kommentare:

  1. Es ist wirklich gut, mit der Vergangenheit abzuschließen. Dadurch wird das nächste, zufällige Treffen auf jeden Fall entspannter :)
    Aber es kostet auch viel Überwindung und Mut, finde ich. Vor allem dann, wenn man nicht freundschaftlich auseinander gegangen ist.

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  2. Oh ja wer kennt diese Situation nicht. Auch wenn man mit dem Vergangenen schon abgeschlossen hat, es ist trotzdem immer ein komisches Gefühl. Was soll man sich erzählen? Wie verhält man sich? Redet man über Vergangenes? So viele Fragen und Unsicherheiten, die eine da durch den Kopf gehen. Ich habe es bisher immer vermieden, wahrscheinlich aus Angst,sich dem Vergangen zu stellen. Denn seien wir ehrlich, es ist doch viel leichter sich aus dem Weg zu gehen, als sich gegenüberzutreten. Ich hoffe deine Begegnung war nicht all zu schlimm!

    Liebe Grüße Vanessa

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