Vor längerer Zeit hatte ich euch mal ein bisschen etwas über den Buddhismus erzählt. Dass ich mich gerne damit beschäftige und den Theorien sehr zugetan bin. Deshalb dachte ich mir, da sich ja einige mal gewünscht hatten, noch etwas davon zu lesen, heute etwas über einen irgendwie allgemein bekannten Begriff loszuwerden.
Es geht ums Karma.
Karma beschreibt eigentlich das Prinzip von Ursache und Wirkung, actio und reactio.
Laut des Buddhismus gibt es sowas wie Glück und Zufall, Schuld und Sünde nicht. Jede Situation, alles, was passiert, passiert aus einem Grund. Jeder Mensch ist eine Art Schöpfer, da er mit jeder Tat, mit jedem Gedanken und mit jedem Gefühl eine Kette von unüberschaubaren Ursachen erschafft. Ich finde dazu sehr passend die Theorie von Jean Paul Sartre (Der Mensch ist zur Freiheit verdammt). Nur der Mensch allein ist verantwortlich für sein Tun, er existiert erst und dann definiert er sich und muss sich selbst verwirklichen.
Was hat das jetzt wieder mit Karma zu tun?
Von gutem Karma und schlechtem Karma ist öfters die Rede. Tut man Gutes, widerfährt einem Gutes und umgekehrt. Viel wichtiger ist aber eigentlich, dass Karma ein ewiger Kreislauf ist. Ziel der Buddhisten ist es, gar kein Karma mehr zu erzeugen, weil dies mit der Reinkarnation verbunden ist- und im Buddhismus ist Wiedergeburt ja mehr oder weniger eine Strafe. Um ins Nichts aufzugehen, muss man Bescheidenheit, Güte und Einsicht haben- dann wird positives Karma erzeugt. Dabei ist das Gedankengut, also vor allem die Absicht, wichtiger als z.B. die Ergebnisse einer Tat. Die Gedanken sind den Taten und der Rede übergeordnet. Das liegt daran, dass für die Buddhisten absichtloses Handeln gering geschätzt wird, da es ohne Planung geschieht und deshalb auch wenig Karma erzeugt.
Das Karma als Belohnungs-, Bestrafungssystem zu sehen, wäre falsch. Laut den Buddhisten ist das Karma eher eine Chance. Das Leben ist eine ständige Schule und wir haben die Möglichkeit, aus Taten und Ereignissen zu lernen... und wenn wir das tun und negative Gedanken und Unterstellungen aus unserem Selbst streichen, wird es uns viel besser gehen. Lieben und vergeben lernen sind wohl die wichtigsten Lektionen des Lebens.
Karma kurz zusammengefasst:
Alles, was man jetzt tut ist die Ursache für künftige Wirkung.
Alles, was einem jetzt geschieht ist die Wirkung einer früheren Ursache.
Ich bin gerade ein wenig verwundert und amüsiert, weil ich aaus welchen Gründen auch immer heute auch über den Buddhismus nachgedacht habe und heimkomme und dann deinen Post sehe :D
AntwortenLöschenEs klingt seltsam, aber ich finde wenn man es aus buddhistischem Blick sieht, dann scheint der Begriff Gerechtigkeit eine andere Dimension einzunehmen. In anderen monotheistischen Religionen glauben sie an einem Leben nach dem Tod und das die "Strafe" seiner schlechten Taten erst im Nachhinein kommt. Denn manchmal passieren Fälle wo man sich denkt, wie kann es sein, dass jmd. sein ganzes Leben mehrheitlich "Gutes" getan hat, aber eventuell etwas grausames zuschlägt wie Blutkrebs oder Raubmord. Oder wieso kann ein Mörder sein ganzes Leben "ungestraft" davonkommen?
Tut mir leid, dass ich jetzt so ein wirres Zeug geschrieben habe. Eigentlich wollte ich mich nur über deinen total lieben Kommentar bedanken. Habe dein Blog damals über das hübsche Projekt "Studium-Ausbildung-Zukunft" (oder so ähnlich) entdeckt und wir hatten ein wenig über das Thema Studium - und vllt. auch mehr über Studienfachwechsel - ausgetauscht.
Hab ein schönen Sonntagabend und die Kolumne war mal wieder toll :) Hana