Die 30. Sonntagskolumne- wie die Zeit vergeht.
Neulich habe ich einen Themenwunsch bekommen und damit der nicht ignoriert bleibt, habe ich mich heute eingehend damit beschäftigt (ha, ha):
"Schreib mal was über den Widerstreit des Guten und Bösen im Menschen. Du kannst bestimmt tiefsinnig darüber nachdenken warum es in einem Menschen das Gute und das Böse gibt, wann wer von beiden Oberwasser und warum bekommt und ergründest die Ursachen und ihre Wirkungen"
Wie gehe ich darauf am besten ein? Erstmal
muss ich voraussetzen, dass es in jedem Menschen dieses "Gut" und
"Böse" gibt. Aber was ist das überhaupt? Wie definiert man das Gute
und Böse?
Was für den Einen
gut ist, kann für den anderen schlecht sein. Gut und Schlecht- etwas anderes
als Gut und Böse? Beide Wörter hängen immer von einer Perspektive ab und sind
sehr subjektiv zu definieren. Beide können nur in Abhängigkeit voneinander
definiert werden. Ohne zu wissen, was das Böse denn nun ist, kann man das Gute
gar nicht erklären oder verstehen. Wenn ich jetzt also das Böse als Inbegriff
und treibende Kraft für moralisch verwerfliche Handlungen definiere, ist das
Gute das Gegenteil. Moralisch verwerfliche Handlungen sind in dem Fall dann
Taten, die aus niederträchtigen Beweggründen gemacht werden.
So weit, so gut (oder böse?)
Aber was bringt denn jetzt diese
zwei Seiten in uns ans Tageslicht? Wann werden wir "böse" und wann
"gut"? Macht uns unsere Umgebung zu dem, was wir schlussendlich
sind?
Je mehr ich darüber nachdenke, umso
bewusster wird mir, dass dieses Thema ein Stück zu groß ist. Schon allein die
Definitionssache reicht für einen Roman und ist absolute subjektiv, irgendwie muss ich anders auf den
Punkt kommen.
Das Warum ist mir jetzt zu viel für eine Kolumne, aber
darüber kann ich mal anderweitig schreiben.
Das Wann- also: Wann man gut und
wann böse handelt könnte ich wiederum ganz einfach erklären. Es hängt halt
davon ab, wie der Mensch ist (Lebenseinstellung), was ihm widerfahren ist
(Kontext seiner Handlung), wie er tickt (Reaktionsweise auf bestimmte
Vorkommnisse bsp. Introvertiert/extrovertiert) und was er erreichen will (Ziele
und Gesinnung). Einfach auf den Punkt gebracht und trotzdem nichts gekonnt,
jetzt kommt schließlich kein „aha“ Erlebnis.
Was bringt mir das jetzt? Was bringt euch das jetzt, das zu
lesen? Gar nichts, so wirklich. Und das ärgert mich, weil mir die Erörterung
des Themas Spaß machen würde, auch wenn ich mich vielleicht weit aus dem
Fenster lehnen würde, schließlich bin ich kein Psychoanalytiker und sehe alles
sehr subjektiv.
Auch wenn ich viele Punkte des
Vorschlags exemplarisch gut erklären wollen würde, bleibt immer ein
spekulativer Teil- schließlich handelt jeder anders und ich kann mich nie in
einen Kopf eines Handelnden versetzen und beim Versuch einer Erklärung nur
einige Punkte unterstellen. Obwohl- ich kann mich ja in meinen Kopf versetzen!
Aber selbst hier laufen meine Gedanken vor eine Wand. Wenn ich mich an Taten
erinnere, die ich als „böse“ betiteln würde, können sie dann noch böse sein? Ich
meine, wenn man sich im Nachhinein seiner „Schlechtigkeit“ bewusst ist, hat man
also ein Verständnis von Moral und weiß zumindest, wie es „richtiger“ gewesen
wäre. Eine böse Tat ist es auch nur dann, wenn man genau in dem Moment weiß,
dass es falsch ist, man also bewusst schlechtes tut und auch das Ergebnis
seiner Handlung einschätzen kann. Und letztendlich macht doch einen guten
Menschen aus, dass er aus seinen Fehlern lernt, sich selbst reflektiert und
sich des Bösen bewusst ist, oder?
Ich muss das alles noch mal länger
für mich durchkauen. Vielleicht mit der Hoffnung, euch irgendwann in einer
zukünftigen Sonntagskolumne ein besseres Statement zu geben. Vielleicht ist das
Thema ja an die Universallösung gekoppelt und wenn ich dann die Lösung auf alle
Fragen gefunden habe (42!), sind wir alle schlauer ;)
So lange bleibt erstmal „Gut“ und „Böse“ im
Raum stehen und ist ein Grundstein für lange Diskussionsabende.
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