Was war passiert?
Eines
schönen Tages war die Liebe auf einmal weg. Keiner hatte es erwartet und umso
überraschender traf es uns alle. Ein so großes Gefühl einfach aus der Welt zu
streichen war eine Unerhörtheit. Blaue Augen wurden nicht mehr mit dem Glanz
der Sterne verglichen und auch die Symbolik der Farbe rot war fort. Rot war nur
noch ein Adjektiv, um einen Gegenstand zu beschreiben- der rote Ball.
Entenbabys schwammen orientierungslos auf den Seen und Teichen des mir
bekannten Parks umher, weil die Entenmütter sie vergaßen- unterstelle man ihnen
die elterliche Liebe und nicht nur den tierischen Instinkt. Vermutlich jeder verbindet
unterbewusst mit dem Wort Liebe abermillionenhunderttausende Emotionen und
Situationen. Weil man damit nicht nur ein glückliches Pärchen assoziiert, dass
händchenhaltend durch den Frühling schreitet, änderte sich so viel.
Die grauen Regenwolken vertraten auf unbestimmte Zeit die Sonne und dem Wind fehlte die Aussagekraft. Jede kleine Welt des Einzelnen wurde augenscheinlich unwichtig. Unsere selbst erbaute Kulisse, die Straßen, Wege, Häuser, Wohnungen, Parks, waren nur noch von leblosen, herzlosen Statisten bevölkert. Da war kein einzigartiger Moment mehr, kein kleines Mädchen, dass im Vorbeigehen von der Musik eines Straßenmusikers berührt wird und an der Hand seiner Mutter sich vergisst und kurzzeitig taumelnd, träumend, tänzelnd in seine Emotionen abtaucht- ja, da war nicht mal mehr der Straßenmusiker, der sich beim Spielen des Liedes an seinen Tag am Meer erinnert und beim Anblick des kleinen Mädchens lächeln muss. Die selbst gebackenen Kuchen der Großmütter unterschieden sich nicht mehr von den Massenproduktionen in den Bäckereien. Schatz, Hasi, Mausebacke, Bärchen, Spatzipupsi, Engel, Süßer, Augenstern- Kosenamen wurden überflüssig. Selbst Spitznamen wurden unnötig. Vor- und Nachname hatten nur noch die Bedeutung der Identifikation, die Nummerierung der Menschen. Der Einzelne wurde von allen gleich angesprochen, auf der Arbeit, in der Schule, unter Menschen, die sein Erbgut in sich trugen- Vorname und Nachname. Sex war nur noch der Trieb, der das Erbgut weiter trug. Treue? Warum? Moralische und normative Grenzen wurden unsichtbar und lösten sich auf. Zwischenmenschliche Verbindungen waren nur noch Zweckgemeinschaften. Atmosphäre musste nicht mehr erschaffen werden. Kerzen waren nur noch der Rückhalt bei einem Stromausfall. Schnellimbisse lösten romantische Restaurants ab. Gemütlichkeit gab es nicht mehr. Innenarchitekten verloren ihre Kreativität und konzentrierten sich auf das Praktische, Künstler wurden arbeitslos. Arbeitslos. Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit bedeuteten das Ende. Ein Sozialsystem? Wieso? Alles lief auf kühle Kosten-Nutzen Berechnung hinaus. Entweder funktionierte man in der Masse, oder man konnte gehen. Feiertage wurden zu arbeitsfreien Tagen- Tage, an denen halt alles zu war. Religion? Wofür? Sterben hieß, dass die Maschine „Mensch“ aufgehört hatte zu funktionieren. Beerdigungen bedeuteten organische Müllentsorgung. Da eine Erdbestattung mit zu hohen Kosten verbunden war, wurde allgemeines Verbrennen normal. Platzsparend und effizient. Selbst das Sterben an sich wurde anders. Entweder fiel man einfach um, oder vegetierte in Sterbehallen vor sich hin. Die Medizin beschränkte sich darauf, mit möglichst wenig Kosten die Menschen wieder funktionieren zu lassen. Ärzte wurden professioneller, schließlich war da kein Gewissen und keine negativ belastende Erinnerungen mehr. Kommunikation wurde auch einfacher, weil Jeder direkt heraus sprach, was er meinte und der Gegenüber nicht mehr verletzlich war. Missverständnisse wurden ausgeschlossen. Alles nur noch leer, die Magie und Faszination des Lebens war verschwunden.
Die grauen Regenwolken vertraten auf unbestimmte Zeit die Sonne und dem Wind fehlte die Aussagekraft. Jede kleine Welt des Einzelnen wurde augenscheinlich unwichtig. Unsere selbst erbaute Kulisse, die Straßen, Wege, Häuser, Wohnungen, Parks, waren nur noch von leblosen, herzlosen Statisten bevölkert. Da war kein einzigartiger Moment mehr, kein kleines Mädchen, dass im Vorbeigehen von der Musik eines Straßenmusikers berührt wird und an der Hand seiner Mutter sich vergisst und kurzzeitig taumelnd, träumend, tänzelnd in seine Emotionen abtaucht- ja, da war nicht mal mehr der Straßenmusiker, der sich beim Spielen des Liedes an seinen Tag am Meer erinnert und beim Anblick des kleinen Mädchens lächeln muss. Die selbst gebackenen Kuchen der Großmütter unterschieden sich nicht mehr von den Massenproduktionen in den Bäckereien. Schatz, Hasi, Mausebacke, Bärchen, Spatzipupsi, Engel, Süßer, Augenstern- Kosenamen wurden überflüssig. Selbst Spitznamen wurden unnötig. Vor- und Nachname hatten nur noch die Bedeutung der Identifikation, die Nummerierung der Menschen. Der Einzelne wurde von allen gleich angesprochen, auf der Arbeit, in der Schule, unter Menschen, die sein Erbgut in sich trugen- Vorname und Nachname. Sex war nur noch der Trieb, der das Erbgut weiter trug. Treue? Warum? Moralische und normative Grenzen wurden unsichtbar und lösten sich auf. Zwischenmenschliche Verbindungen waren nur noch Zweckgemeinschaften. Atmosphäre musste nicht mehr erschaffen werden. Kerzen waren nur noch der Rückhalt bei einem Stromausfall. Schnellimbisse lösten romantische Restaurants ab. Gemütlichkeit gab es nicht mehr. Innenarchitekten verloren ihre Kreativität und konzentrierten sich auf das Praktische, Künstler wurden arbeitslos. Arbeitslos. Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit bedeuteten das Ende. Ein Sozialsystem? Wieso? Alles lief auf kühle Kosten-Nutzen Berechnung hinaus. Entweder funktionierte man in der Masse, oder man konnte gehen. Feiertage wurden zu arbeitsfreien Tagen- Tage, an denen halt alles zu war. Religion? Wofür? Sterben hieß, dass die Maschine „Mensch“ aufgehört hatte zu funktionieren. Beerdigungen bedeuteten organische Müllentsorgung. Da eine Erdbestattung mit zu hohen Kosten verbunden war, wurde allgemeines Verbrennen normal. Platzsparend und effizient. Selbst das Sterben an sich wurde anders. Entweder fiel man einfach um, oder vegetierte in Sterbehallen vor sich hin. Die Medizin beschränkte sich darauf, mit möglichst wenig Kosten die Menschen wieder funktionieren zu lassen. Ärzte wurden professioneller, schließlich war da kein Gewissen und keine negativ belastende Erinnerungen mehr. Kommunikation wurde auch einfacher, weil Jeder direkt heraus sprach, was er meinte und der Gegenüber nicht mehr verletzlich war. Missverständnisse wurden ausgeschlossen. Alles nur noch leer, die Magie und Faszination des Lebens war verschwunden.
Was
war passiert?
Es
war passiert. Einfach so war es passiert. Der Punkt ist, dass es einfach weiter
ging. Es gab keine Trauer, keinen Schmerz über den Verlust, weil das alles zu
sehr mit dem Verschwinden dieses Gefühls verbunden war. Resignation,
Abstumpfung. Okay. Es war okay. Ich bin okay. Die blauen Augen sind okay. Die
Entenküken sind okay. Mädchen ist okay. Die Großmütter sind okay. Die Ärzte
sind okay. Die Sterbenden sind okay. Die Menschen sind okay. Unsere amnesischen
Hirne sind okay, doch wenn wir uns wirklich erinnern könnten und noch wissen
würden, wie es vor dem Verschwinden, diesem Verlust war, scheiße! Wer würde
nicht, wenn er die Wahl gehabt hätte, eine große Portion Liebe und den ganzen
Dreck, der das Leben manchmal so unerträglich leicht macht, zum Mitnehmen
bestellen?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ich freue mich über jeden Kommentar, auch können gerne konstruktive Kritik und Anregungen da gelassen werden. Kommentare zu gegenseitigem Verfolgen, sinnlose Beleidigungen und Werbung für den eigenen Blog sind nicht willkommen und werden auch nicht veröffentlicht. Direkte Fragen/ Antworten zum jeweiligen Post beantworte ich nur unter dem jeweiligen Kommentar, damit die Diskussion für andere besser verständlich ist.