27 Januar 2013

Sonntagskolumne No. 26: Kann man nicht einfach mal...

...seine dunklen Seiten eher zeigen?
In letzter Zeit musste ich feststellen, wie sich Menschen unter anderen Bedingungen verändern können. In Ausnahmesituationen sind sie plötzlich so, wie man sie gar nicht kennt. Da kommen neue Gegebenheiten und zack- scheinen sie völlig verändert. In meinem großen Kreis an Bekanntschaften sind in der Vergangenheit viele Beziehungen zerbrochen, teilweise ganz unerwartet und plötzlich. Oft war ich in irgendeiner Weise involviert, sodass ich die "Zurückgebliebenen" reden hören konnte und ihre Erfahrungen mitbekam.
Nach dem Ende einer Beziehung sieht man den Menschen, den man mal geliebt hat, vielleicht in einem ganz anderen Licht. Es zeigen sich Verhaltensweisen, die man derjenigen/ demjenigen nie zugetraut hätte.
Was steckt in uns, das uns zu dem macht?
Denn auch, wenn man sich blöd verhält, weil das vielleicht die Art ist, mit einer Veränderung umzugehen, zählt der Spruch "Ich war da einfach nicht ich selbst" nicht. Vielleicht lernt man einen Menschen erst unter solchen Extremsituationen richtig kennen. Das Positive ist, dass es dann den Hinterbliebenen leichter fällt, ein Beziehungsaus zu verkraften. Schließlich ist es viel leichter, den Schmerz zu ertragen, wenn ein bitterer Nachgeschmack bleibt und man sich denkt: "Dass er/sie so ein Idiot ist, war mir nie bewusst." oder "Er/Sie ist also soundso- das entspricht ja gar nicht meinen Vorstellungen, gut, dass ich jetzt wenigstens die Gewissheit habe."
(Enttäuscht ist man ja meistens sowieso, die Enttäuschung wird also durch solche Erkenntnis nicht unbedingt größer).
Wenn man diese Erfahrung aber schon machen durfte, sollte man zu der Überlegung kommen, die Extremsituationen in zukünftigen Beziehungen schon herauszufordern, bevor es ernst wird. Kann  man ungefähr so sehen, wie einen Ratschlag zu einem Kleidungsstück. Du probierst einen eng sitzenden Rock an, der dir anscheinend passt, aber bevor Angst zu haben, dass er beim Ausführen auf der nächsten Party die ganze Zeit hoch rutscht, springst du in der Umkleide herum, um das gleich mal zu testen. Vielleicht sollte man das auch mit den potentiellen Partnern so machen- die dunklen Seiten in ihnen hevorkitzeln, damit man später nicht dieses böse Erwachen hat.

Klar, dass jeder diese dunklen Seiten in sich trägt.
Auch klar, dass man aus (Selbst-)schutz diese vor anderen verbergen will.
Ebenfalls klar, dass man selbst mit Tests nicht alle dunklen Seiten des Anderen von Beginn an entdecken kann.
Aber ich denke, eine gewisse kritische Einstellung und Vorsicht kann zur Schadensminderung beitragen, damit man nicht nocheinmal blauäugig in ein kaltes Messer läuft. Und die Erfahrungen, die man vielleicht mit vorangegangenen Beziehungen gemacht hat, helfen einem auch dabei, weil man (hoffentlich) zukünftig mehr auf potentielle "Warnsignale" achtet.
An die Damen und Herren, die sich jetzt angesprochen fühlen: Ich hab euch lieb.

5 Kommentare:

  1. Ich bin schon ein bisschen stolz und eingebildet. Darauf, dass ich so kluge Leser_innen wie dich hab <3

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  2. ich suchte seit ein paar wochen navy cis folgen und auch wenn das eine blöde analogie, aber dort sind immer die ganzen saubermänner die täter! O: !!!
    irgendwie musste ich daran denken, als ich deinen text eben gelesen habe - jeder ist nie so richtig er selbst.. man hält sich zurück und man sagt nicht immer das woran man denkt, sodass die mitmenschen manche seiten nicht gewohnt sind ... D:

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  3. Hey :)
    Danke für deinen Kommentar.
    Ich hatte heute meinen ersten Schultag dieses Jahr und darüber werde ich heute oder morgen berichten :)
    Neue Fotos werden auch kommen.
    Und übrigens gefällt mir der Text total! Talkasia du hast recht, jeder ist nie so richtig er selbst.
    And yea.. sometimes it's really overwhelming how things turn out in special situations.

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  4. Hallo du Liebe,

    mir gefällt dein Blog wirklich sehr gut!
    Ich würde mich daher freuen wenn wir uns gegenseitig folgen =)

    http://makeup-taeschchen.blogspot.de/

    Herzlichst Sanny

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