30 September 2012

Sonntagskolumne No. 10: Ist es wirklich...

...noch eine Ewigkeit?
Das erste kleine Jubiläum der Sonntagskolumne. Und zur Feier des Tages, habe ich den Vorschlag vom lieben Julien zum heutigen Thema der Sonntagskolumne auserkoren.
Die Anderen: Nicht traurig sein, ihr könnt mir dennoch gerne Vorschläge schicken und die einen oder anderen Ideen setze ich auch gerne mal um...


Ich stelle oft Menschen, die ich kennen lerne folgende Frage (um mit schrägen Blicken angesehen zu werden.):
Wenn du dir eine Superheldenkraft/ Übernatürliche Fähigkeit oder Eigenschaft aussuchen könntest, welche würdest du gerne haben wollen?
Interessanterweise antworten viele Menschen, dass es ewiges Leben/ ewige Jugend wäre. Ich steh also nicht allein mit der Angst vorm Altern. Dass ich mir momentan noch keine Sorgen um Falten machen muss ist klar und dank Botox (tja, einige im Bekanntenkreis könnten sich jetzt angesprochen fühlen) kann man die ja heutzutage auch so schön kaschieren, dass sie fast unsichtbar werden, den Rest macht dann das Make-Up. Aber darum geht es einfach nicht. Mich hat die Vorstellung, nie wirklich zu altern schon vor diesem schrecklichen Twilight-Hype fasziniert.
Deshalb hab ich für euch mal gedanklich eine Liste aufgestellt , warum es sich lohnt, ewig zu leben:

Pro:
-man hat die Zeit, sämtliche Musikinstrumente, Sportarten und Hobbys zu lernen
-du kannst dir sämtliches Wissen der Welt aneignen
-du erlebst live die Geschichte mit ... und erlebst die Zukunft
-du kannst ein Wohltätigkeitsimperium aufbauen und immer leiten (keine Gefahr, dass der Nachfolger Mist baut!)
-die Welt ist dein Spielplatz- du hast alle Zeit der Welt, alles zu entdecken
-du kannst dich nicht in einer schlechten Beziehung verrennen... (ja, der war böse )

Contra:
-deine Liebsten sterben unter dir weg wie Eintagsfliegen
-es ist schwierig, soziale Bindungen aufrecht zu erhalten...vor allem, über Jahrhunderte
-....mehr fällt mir eigentlich nicht ein.

Fazit:
Tja wenn da nicht dieses schwerwiegende Contra wäre, klingt ja alles ganz schick. Ich bin in dem Punkt echt nicht gut im Argumentieren, glaube ich. Also, aber als Vampir hätte man das Kontra nicht, schließlich (warum auch immer das die wenigsten Vampire machen) kann man alle Liebsten auch in einen Vampir verwandeln :) 

Und um jetzt noch mal etwas ernster zu werden. Ich habe wirklich panische Angst vorm alt werden, davor, dass ich eines Tages leiden muss, schwere Krankheiten mit mir rumschleppe, morgens nach jahrhundertealtem Mammut rieche, und vielleicht noch alle anderen vor mir sterben. Dabei geht es mir gar nicht um den Tod an sich, sondern diesen schrecklich schleichenden Prozess. Und ehrlich gesagt, ich finde Botox und die ganzen medizinischen Mittelchen absolut Schwachsinnig. Ich denke, tief im Inneren wissen diejenigen, dass das auch nichts bringt (Sorry, echt nicht böse gemeint!) und der Alterungsprozess immer weiter voranschreitet. Ich finde es bloß gesellschaftlich echt unfair, dass alternde Frauen komplett anders aufgefasst werden als alternde Männer. Während Männer mit dem Alter immer weiser und interessanter, vielleicht auch verwegener (siehe Kevin Costner, George Clooney, Brad Pitt) sind Frauen eher die bemitleidenswerten, abstoßenden Großmütter (siehe Madonna, Julia Roberts, Nina Hagen). Warum nur?

Ist es nicht unsere Schuld, wenn wir uns selbst mit dem ganzen Lifting Kram so bloßstellen? Machen wir nicht gerade durch das ganze Gejammer um die Falten und Vergänglichkeit der Schönheit darauf aufmerksam? Wie wäre es denn, wenn ein Mann um die 50 ständig wegen seiner Falten jammern würde und dass er graue Häärchen entdeckt hat? Also ich glaube nicht, dass dieser Mann dann an Attraktivität gewinnen würde- nur durch solche Aussagen.

Also Ladys: 
Lasst uns unsere Jugend genießen, uns dankbar sein, für jeden Tag auf dieser Welt & vor allem: Auf diese schrägen Hollywood-Weltbilder verzichten! 
(und insgeheim hoffen, dass wir doch nie altern werden, sondern durch wundersame Weise ewig leben!)

7 Kommentare:

  1. Der Tod, das Elend.
    Aber wären wir unsterblich, hätten wir keinen Antrieb.
    Die Endlichkeit des Lebens treibt uns voran.
    Wüssten wir, es wird auf ewig einen "Morgen" geben, würde alles (über-) irdische an Bedeutung verlieren.
    Wir wüssten das Leben nicht zu schätzen, weil wir über dem Tod stünden und damit gottesgleich wären.
    Und wenn du ganz oben bist, wo willst du dann noch hin ..?
    Wozu Instrumente lernen und Lesen, wenn du keine Ziele hast, wenn du ewig Zeit hast?
    ..Vielleicht machst du das 100-200 Jahre mit, wenn überhaupt ...
    Aber danach würde das Leben derart zur Qual dass du dir nichts mehr als den Tod herbeisehnen würdest ...

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    1. Hast du schon Recht... aber muss nicht sein. Man hätte die Chance, die Welt auf ewig besser zu machen... Einsetzen für das Gute usw. ? Aber Recht hast du trotzdem.

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    2. Ich finde die Vorstellung vom ewigen Leben ja auch sehr romantisch und wenn ich die Wahl hätte, würde ich selbst es vermutlich auch wählen ...
      Aber ich glaube nicht, dass die Psyche des Menschen so stark ist ... Ich denke einfach, dass etwas dran sein muss, dass Alles irgendwo im Gleichgewicht gehalten werden muss, weil ohne Struktur Alles zerbricht ...
      Wir müssten ganz anders funktionieren und Denken können, um in Unsterblichkeit existieren zu können denk ich ...
      Aber trotzdem verstehe ich, was du meinst ...
      Denn das Gefühl was du beschreibst und wonach du strebst /Streben würdest, wird wohl Jeder nachvollziehen können ...

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    3. Das können wir ja nur vermuten... Also zumindest müssten wir ein Überhin haben, um alles zu verarbeiten /zu merken, weil sonst irgendwann der Kopf knackt an den ganzen Erinnerungen.

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  2. Oh, freut mich, dass du mein Thema genommen hast! :)

    Es gibt ja ein chauvinistisches Sprichwort:
    Männer reifen wie Wein, Frauen wie Tomaten.

    Das liegt jedoch alles in meinen Augen nur daran, weil ihr euch so einen Druck aussetzt. Wie du es schon beschrieben hast: Männer wie George Clooney stehen zu ihren grauen Haaren, ihren Falten. Madonna hingegen pumpt pumpt und pumpt noch mehr Knete in Botox, nur um trotzdem zu altern. Ein negatives Beispiel bei den Männern in Hollywood ist jedoch in meinen Augen Silvester Stallone...

    Wie der Kommentator vor mir schon sagte: Was bringt es alles zu können, wenn man das Leben an sich nicht schätzt(/en kann)?
    Nur wenn man weiß, wie vergänglich das menschliche Dasein ist, dann merkt man auch, wie schön jede Lebenssekunde ist...
    Lebt jeden Tag, als wäre es euer Letzter... Mit der Einstellung kann man im Einklang mit sich selbst sein. :)

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  3. Oh nein, meine Lieblings"superhelden"kraft wäre auf jeden Fall Fliegen! Ach hätte Peter Pan nur ein bisschen Feenstaub für mich...
    :* Laurena

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  4. Stimmt, es ist wirklich ein Phaenonem, warum Frauen so schlecht mit dem Altern umgehen koennen. Aber es muss ja einen Grund haben, warum sies nicht akzeptieren wollen und wenn das auch fuer die Maenner ok waere, dann wuerden sie auch nicht immer rummeckern. Oder warum suchen sich viele, viel zu alte Maenner viel zu junge Frauen aus?
    Jung, frisch, knackig.
    Eine Frau kriegt ihre Wechseljahre, der Mann nicht.
    Ich finde, eine Frau ist generell rein vom biologischen viel mehr benachteildigt als der Mann. Die Hormone lassen nach, die Haut wird schlaff, man wird zickig, kann schlechter schlafen...e.t.c
    Maenner kriegen graue Haare, Bierbauch, mit Pech fallen die Haare aus. Das wars.
    Nunja aber Frauen sind auch viel zu kritisch sich selbst gegenueber, die schlimmsten Perfektionisten.

    Ich habe auch sehr sehr grosse Angst vorm alt werden, aber nicht das altern an sich, sondern der Gedanke an dem Tod, dieses Unwissen was danach passiert...das man einfach nichts mehr denkt, nichts mehr fuehlt...einfach weg ist. Einfach so. Wie man gekommen ist, geht man wieder. Fuer ein ewiges Leben braeuchten wir ein vieeeeeel groesseres Gehirn :D Ich weiss nicht, ich bin gespalten.
    Eben weil man nicht weiss, was passiert.
    Ob wir einfach ausgeloescht werden...das will ich eben nicht

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